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Eindrücke der Weimarfahrt 2019 der Deutsch-LKs Fenderl & Haß

Die beiden Deutsch-LKs fuhren zusammen mit den Kurslehrern Anfang Mai 2019 nach Weimar. Während unseres Aufenthaltes besuchten wir die Altstadt, Museen, die ehemaligen Wohnhäuser der Dichter Schiller und Goethe und die Gedenkstätte des KZ Buchenwalds.

Da Schiller und Goethe der Stadt durch ihre künstlerischen Hinterlassenschaften aber auch zu ihrer Lebenszeit einen hohen kulturellen Wert erschaffen haben, ist Weimar noch bis heute ein Touristenmagnet. Weimar ist nämlich erst durch Johann Wolfgang von Goethe, protegiert von der Herzogin Anna Amalia und später durch den Herzog Carl August, zu einer berühmten und angesehenen Stadt geworden. Vor Goethes Zeit war Weimar nur ein kleines Dorf mit ca. 6000 Einwohnern, dem man politisch sowie kulturell wenig Beachtung geschenkt hat. Erst Goethes Wirken, seine Geschichte, seine Naturwissenschaft und seine politischen Einflüsse als Adeliger haben Weimar zu einem bedeutungsvollen Ort verholfen. Daher auch der Name „Weimarer Klassik“, welche Goethe zusammen mit Schiller als eine der bedeutungsvollsten Literaturepochen kreierte. Weimar ist auch heute noch ein Touristenmagnet, durch seine wunderschöne Altstadt, durch welche man hindurch geht und sich durch ihre lebhafte Geschichte ins 17. Jahrhundert zurückversetzt fühlt.

 

Um diesem Gefühl nachzugehen, haben wir die ehemaligen Wohnhäuser von Schiller und Goethe besucht, welche nicht weit voneinander weg liegen, die beiden haben eng zusammen gearbeitet. Die Häuser haben uns ein Gefühl dafür gegeben, wie die familiären Verhältnisse der beiden berühmten Dichter waren und haben festgestellt, dass beide ein relativ unterschiedliches Leben geführt haben, denn in Schillers Haus ist es eher „einfach“ gehalten und es sieht aus wie ein gewöhnliches Haus einer bürgerlichen Familie zu dieser Zeit. Goethes Haus dagegen ist groß und prunkvoll und man merkt den Wohlstand, den Goethe genossen haben muss. Nach dem Besuch der Häuser haben wir unwillkürlich beide Lebenssituationen miteinander verglichen und fragten uns, warum Schiller bis zu seinem Lebensende so ärmlich war, und darüber hinaus seine Frau, wenn er doch so einen wohlhabenden Freund hatte, der auch noch bei ihm ein und ausging…

Allerdings ist Weimar nicht nur ein Ort der großen Dichter und Denker. Weimar ist leider auch ein Ort, in dem sich die Nationalsozialisten etablierten und die Stadt als Zentralpunkt für „Reichstagsitzungen“ und vieles mehr nutzten. Hitler muss von Weimar sehr angetan gewesen sein, da er im Hotel „Elefant“ ein dauerhaft gemietetes Zimmer hatte und mit finanzieller Unterstützung bei den Umbauarbeiten, die er angeordnet hatte, mithalf, da er das Hotel auf seine Bedürfnisse angleichen wollte.

Ein weiteres Überbleibsel des Nationalsozialismus ist das KZ Buchenwald, welches nicht weit von Weimar liegt. Heute ist kaum noch etwas von den Originalbauten des Konzentrationslagers übrig, daher dienen die Überreste dessen als Gedenkstätte. Wir besuchten am letzten Tag kurz vor unserer Heimreise das KZ. Die Eindrücke, die wir dort sammelten, waren intensiver als wir es je einer Dokumentation oder dem Geschichtsunterricht entnehmen hätten können. Man spürt die Gräueltaten der Nazis bis zur heutigen Zeit noch, daher ist es ein unbeschreibliches Gefühl, dort entlang zu gehen, wo so viel Leben und Hoffnung zerstört worden ist. Es ist für jeden von uns unbegreiflich, wie Menschen zu so etwas in der Lage sein können und obwohl man alles gehört hat, jeder die Geschehnisse kennt, die in den Konzentrationslagern passierten, war es für uns nicht realisierbar. Und genau in diesem Augenblick wurde man sich wieder darüber bewusst, wie wichtig es ist, den Frieden zu wahren und mit Konflikten jeglicher Art friedvoll umzugehen, schwache Menschen zu unterstützen, statt auszugrenzen und das Privileg, frei zu sein, zu würdigen und alles dafür zu tun, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

Um nun zu einem weiteren emotionalen Moment unserer Weimarfahrt zu kommen, möchte ich noch von unserem letzten Abend in Weimar berichten. Hier haben wir ein gemeinsames Abendessen geplant und zusammen gegrillt, anschließend haben wir uns in einem Raum, der uns von unserer Unterkunft gestellt worden ist, zu einem Poetry-Slam Abend versammelt und haben uns unsere selbst geschriebenen Gedichte und Texte vorgetragen, die wir in Anlehnung an das Gedicht „Ginkgo Biloba“ von Johann Wolfgang von Goethe oder dem Fatalismus Brief  „Fatalismus der Geschichte“ von Georg Büchner angefertigt haben. Es war eine sehr emotionale Stimmung an diesem Abend, in diesem kleinen, gemütlichen Raum, da einige von uns, um nicht zu sagen alle, tiefe Gefühle und Gedanken, die uns beschäftigen, in unsere Gedichte und Texte haben einfließen lassen. Zum krönenden Abschluss des Abends wurde ein Sieger für den besten Text / das beste Gedicht gekürt. Der Kurs hat sich einstimmig für meinen Text entschieden und ich war völlig überwältig über diese Entscheidung, da es für mich das erste Mal ist, meine Gedanken zu verschriftlichen und in solch einer Runde zum Besten zu geben.

Damit auch Sie ein wenig an der Stimmung des Abends Teil haben können, veröffentliche ich hiermit meinen selbstgeschriebenen Text:

 

Wacht auf…

…Schon seit Tagen nehme ich jeden Augenblick den Stift in die Hand, aber es war mir unmöglich, nur ein Wort zu schreiben, weil ich immer und immer wieder versuche, uns Menschen zu verstehen…

Die Taten, die wir begehen, ohne nachzudenken und wenn wir etwas falsch machen, nicht für unsere Fehler geradestehen. Dass wir kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir jemanden verletzten zu unserem eigenen Nutzen, wie wir einfach über Leichen gehen, wenn es unseren Erfolg vorantreibt, wie wir einfach blind Dinge tun, die die Gesellschaft uns vorgibt, dieser blinde Glaube, dass es richtig ist, wenn es viele machen. Dieser unausweichliche Egoismus, dieses streben nach dem perfekten Leben, dem perfekten Status, das Verlangen nach mehr zu haben, obwohl man vielleicht doch mit weniger glücklich wäre?!

Diese Unvollkommenheit in uns, die uns nach und nach zerstören wird. Das ewige bewerten und kritisieren der anderen, das ständige verlangen nach Anerkennung und danach der Bessere sein zu wollen.

Können wir denn nicht einfach mal die Vielfalt unserer Welt schätzen?!

Können wir denn nicht einfach die Menschen so lieben wie sie sind?!

Könnten wir endlich aufhören, den Konsum mehr zu lieben als unsere Welt?!

Und nein, das ist nicht naiv! Es ist nicht dumm, an das Gute zu glauben! Es ist dumm, sich darauf auszuruhen, dass es so ist und nicht zu ändern ist!

Denn wenn wir alle einem Ideal nacheifern, gibt es keine Persönlichkeiten mehr auf dieser Welt, sondern nur noch kalte, herzlose Maschinen.

Wacht auf ihr Narren!

Die Liebe ist der Schlüssel zu einer besseren Welt, nicht der Hass!!!

 

Das war unsere Weimarfahrt mit den vielen unterschiedlichen Eindrücken, die wir mitgenommen haben, jedoch lassen sich die Erfahrungen, die wir machen durften schwer zusammenfassen, wie das so oft im Leben ist, kann man es am besten nachempfinden, wenn man selbst die Erfahrung gemacht hat.

 

Larissa Seibert

 

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