„Gesegneten Jom Kippur“ an den Kaufmännischen Schulen Hanau!

„Wie hält denn die Kippa auf Ihrem Kopf?“ fragt eine Schülerin Herrn Dainow. Dieser lacht und meint, das sei eine gute Frage. Die Kippa werde oft mit Haarklammern befestigt, antwortet er, damit sie beim plötzlichen Hochschauen nicht vom Kopf rutscht.

Herr Dainow, der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in Hanau, ist zu Gast in den Kaufmännischen Schulen Hanau. Eingeladen hatte die Schulseelsorge gemeinsam mit den Religionslehrerinnen des Beruflichen Gymnasiums. Und der Anlass ist der Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, der dieses Jahr auf den 15. und 16. September fällt. „Dieser Tag wird selbst von nicht so frommen Juden und Jüdinnen gefeiert.“ führt Herr Dainow aus und erläutert, dass Jom Kippur ein Tag sei, an dem man auf jene Menschen zugehen soll, mit denen man im Streit ist. Ein einfaches „Sorry!“ reicht da oft nicht aus. Versöhnung, echte Aussöhnung soll gesucht werden. Das ist das Ziel von Jom Kippur. Herr Dainow zieht einen Tallit, einen jüdischen Gebetschal aus einem blauen Samttäschchen, und streift sich diesen über und erläutert die Symbolik dieses Gebetsmantels und wann er getragen wird, während die Schüler*innen des Beruflichen Gymnasiums ihn interessiert beobachten und Rückfragen stellen. Zum Schluss der Veranstaltung formuliert eine Schülerin an Herrn Dainow: „Man spürt Ihnen richtig ab, wie wichtig Religion für Sie ist!“

Die Schulleiterin Frau Galetzka bedankt sich bei dem Gast für sein Kommen und betont, wie wichtig es in einer pluralen Gesellschaft sei Feiertage, Traditionen und Gebräuche von Religionen zu kennen und wie notwendig es gerade in der heutigen Zeit sei dem zunehmenden Antisemitismus entschieden entgegenzutreten.

Um auf den Jom Kippur aufmerksam zu machen, hatte die Schulseelsorge zusätzlich unter dem Motto „5-Minuten-Reli“ kleine Päckchen mit einem Infotext, einer Versöhnungsgeschichte und einem Stückchen Halva aus Israel im Foyer der Schule aufgehängt. Schon nach kurzer Zeit hängen nur noch wenige Päckchen an der Leine. „Eine süße Aktion!“ meint eine Schülerin im Vorbeigehen.

Foto (von links nach rechts): Ivona Linhart (Schulpfarrerin), Oliver Dainow (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hanau), Claudia Galetzka (Schulleiterin), Kerstin Frisch (Religionslehrerin)

Aktion „5-Minuten-Reli“