• Autor: Peter Koch
  • Thema: Blog
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Kreativer Distanzunterricht in Sport und Wirtschaftslehre:Lernen zwischen Schneemännern und „Snowbusiness“

 Auch im Distanzunterricht zeigte sich: Lernen kann kreativ, handlungsorientiert und praxisnah sein – selbst dann, wenn Klassenzimmer und Sporthalle gegen heimische Wohnzimmer und verschneite Gärten eingetauscht werden. An den Kaufmännischen Schule Hanau wurde der Distanzunterricht in den Fächern Sport und Wirtschaftslehre im beruflichen Gymnasium und der Berufsfachschule den extremen Witterungsverhältnissen entsprechend angepasst.

In der Berufsfachschule mit dem Schwerpunkt Wirtschaft, einer Schulform mit starkem Praxisbezug und dem Ziel, Schülerinnen und Schüler gezielt auf Ausbildung und Beruf vorzubereiten, lautete die Aufgabe im Fach Sport: Raus an die frische Luft! Die Schülerinnen und Schüler gestalteten eigene Schneemänner und dokumentierten ihre Ergebnisse kreativ mit Fotos und kurzen Beschreibungen. Neben der Bewegung an der frischen Luft standen dabei vor allem Eigeninitiative, Kreativität und Motivation im Vordergrund.

Parallel dazu stieg der Wirtschaftslehre-Leistungskurs des beruflichen Gymnasiums (11 BGc) in das „Snowbusiness“ ein. Die Lernenden wurden in die Rolle eines fiktiven Snow-Design-Unternehmens versetzt. Ihre Aufgabe: Produkte aus dem Werkstoff Schnee zu entwerfen, zu planen und zu „produzieren“. Vom Snow-Sofa bis hin zu Skulpturen reichten die Ideen.

Gerade im Fach Wirtschaftslehre ist es häufig eine besondere Herausforderung, reale Produktionsprozesse erfahrbar zu machen, da die Kaufmännischen Schulen – im Gegensatz zu vielen anderen beruflichen Schulen – über keine eigene Werkstatt verfügt. Der Werkstoff Schnee erwies sich hier als didaktisch gute Lösung, um dennoch echte „Produktion“ zu ermöglichen: kostenfrei, überall verfügbar, leicht formbar und unmittelbar einsetzbar.

Im Mittelpunkt standen dabei die betrieblichen Produktionsfaktoren: Arbeit, Betriebsmittel und Werkstoffe. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eine Mini-Fallstudie, in der sie nicht nur kreative Produkte gestalteten, sondern auch Produktionsprozesse planten und sogar Vermarktungsstrategien entwarfen. So wurde wirtschaftliches Denken praxisnah und anschaulich erlebbar – trotz physischer Distanz.

Der Distanzunterricht zeigte damit eindrucksvoll: Lernen findet nicht nur im Klassenzimmer statt, sondern manchmal sogar auch mitten im Schnee!