• Autor: Peter Koch
  • Thema: Blog
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KSH gedenken den Opfern des Anschlags von Hanau„Stay Human“

Es ist bewegend, wie die Gruppe der Schüler und Schülerinnen im Foyer der Kaufmännischen Schulen Hanau zusammenkommt. Die muslimischen Schülerinnen und Schüler stehen Schulter an Schulter. Sie sind in ihre Gebetsgesten versunken. Der Imam rezitiert den Koran. Die Schulpfarrerin betet im Anschluss mit den christlichen Schülerinnen und Schülern das Vaterunser.

Die KSH gedenken der Opfer des Anschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau. 9 junge Menschen starben bei dem Anschlag. Und ein weiterer Mensch, Ibrahim Akkuş, starb nun 6 Jahre nach dem Anschlag an den Folgen seiner Verletzungen. Die Menschen im Foyer der KSH nennen die Namen der Opfer: Said Nesar Hashemi, Hamza Kenan Kurtović, Ferhat Unvar, Sedat Gürbüz, Fatih Saraçoğlu, Gökhan Gültekin, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz und Kaloyan Velkov.

Viele mögen sich aber an diesem Tag fragen: Ist ein Gedenken nach 6 Jahren wirklich noch nötig? Schulpfarrerin Ivona Linhart befragte dazu Schülerinnen und Schüler der KSH. Ihre Antworten waren deutlich. Manche sagten, dass sie Angehörige der Ermordeten kennen. Daher bewegt sie diese Tat immer noch. Weil sie sehen, was diese Tat angerichtet hat. Andere Schüler sagten: „Es ist doch ein wichtiges Thema, der Rassismus.“ Für die Schulpfarrerin ist dieser Gedenktag eine Mahnung, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren und weiterzukämpfen für eine gerechtere Gesellschaft. Man dürfe aber nicht nur an den antimuslimischen Rassismus denken, sondern dürfe andere diskriminierte Gruppen nicht vergessen, wie z.B. die Menschen aus Asien und Osteuropa. Der Imam verweist auf den Koran, der jeglichen Rassismus verbietet. Dort heißt es, dass „kein Araber einem Nichtaraber und kein Nichtaraber einem Araber überlegen sei, und kein Hellhäutiger einem Dunkelhäutigen, kein Dunkelhäutiger einem Hellhäutigen.“ Die Schulleiterin Garnet Becker wiederum betont in ihrer Rede, dass die Vielfalt in unserer Gesellschaft eine Chance sei. Sie hat dazu aufgerufen Wählen zu gehen, und Parteien zu wählen, die diese Vielfalt in unserer Gesellschaft stärken und nicht bekämpfen. Auch die Schülerinnen Asya Dogan und Chiara Chucz aus der Berufsfachschule machen deutlich, dass ein Gedenken zum 19. Februar immer noch nötig sei.

Unsere Gesellschaft brauche, dass wir uns menschlich begegnen, sagt Schulpfarrerin Linhart. Das zeige sich auch im alltäglichen Umgang an der Schule. Als Zeichen dafür bilden über 100 Schülerinnen und Schüler unserer Schule den Schriftzug „Stay Human“ auf dem Pausenhof ab. Denn Mensch bleibt Mensch. So sagen es oft auch die Schülerinnen und Schüler der KSH.

Ein großer Dank an alle, die bei dem „Stay Human“ geholfen haben: Den Schülerinnen und Schülern der KSH aus dem Beruflichen Gymnasium der Jahrgangsstufen 11 und 12, aus den Berufsschulgruppen 11BAb, 12BMa 10VEa, 11ZFc, 10EHc, Michaela Amberger, Dominic Becker, Florian Biedermann, Jenny Goll, Simone Luckow, Gina Savic, Jochen Rassmann, Karsten Rauber, Tatjana Selembar-Hohmann und Tania Trageser.